Das Kunsthandwerk hat seit jeher mit seinen zahlreichen Ausdrucksformen in der Emilia Romagna fruchtbaren Boden gefunden. Die geschickte Nutzung von Boden, Wasser, Luft und Feuer ist grundlegend für die Verarbeitung von hochwertigen Metallen, durch die sich die Einwohner der Emilia auszeichnen.

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Seit 1444 wurde mit dem Dekret von Lionello d’Este die Corporazione degli Orefici Modenesi (die Zunft der Goldschmiede aus Modena) anerkannt. Diese Tätigkeit dauert bis heute im Schatten des Ghirlandina-Glockenturms erfolgreich an. Es wird vor allem Schmuck aus Gold mit edlen Steinen angefertigt. Obwohl heute die Marktpräsenz kleiner Handwerksbetriebe und ihrer Produktionen stark beeinträchtigt wird, findet man dennoch in dem Gebiet von Modena kleine und typische Werkstätten, die seit Generationen ohne Hilfe von Maschinen diese antike Tradition fortführen.

Obwohl Modena seinen guten Ruf vor allem durch die Verarbeitung von hochwertigen Metallen wie Gold und Silber bekommen hat, haben sich die kleinen Handwerksbetriebe auch mit weniger hochwertigen Metallen wie Eisen und Kupfer beschäftigt. Ein Beispiel davon sind die Familien der Schmiede, die heute noch in Formigine tätig sind: Zanasi, Montagnani, Ferrari, oder Dini in San Felice sul Panaro. Beim Bummel durch die Stadt und beim Besuch der kleinen und historischen Werkstätten ist es möglich, eine jahrhundertealte Tradition wiederzuentdecken.

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Mit dem Besuch des Museums Museo Davia Bargellini in Bologna kann man in die Vergangenheit eintauchen, wo durch zahlreiche Kunstwerke die Tradition Bolognas für die Verarbeitung von Kupfer, Silber und Gold belegt ist.

Auch die Einwohner von Reggio und ihrer Provinz, insbesondere in den Gemeinden von Quattro Castella und Castelnovo né Monti sind handwerklich geschickt. Die erste Gemeinde besticht durch die Handwerkskunst Ars Canusina, und schafft Schmuckstücke im Stil von Matilde von Canossa. Treibarbeit oder Gravur sind die benutzten Techniken. Castelnovo hingegen ist für seine zehnjährige Erfahrung im Glockengießen bekannt.

AuchFerrara und Piacenza, deren Kunst oftmals in Vergessenheit gerät, leisten einen beachtlichen Beitrag, um die Handwerkskunst der Emilia komplett zu machen. Die Stadt der Esteist bekannt für ihre eingekratzte Keramik und die Objekte aus feuerbeständigem Terracotta. Piacenza ist für Schmiedeeisen und Holzintarisenarbeitenbekannt.