Die Wurzeln der Geschichte der emilianischen Keramikindustrie entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts.

Damals konnte niemand ahnen, wie sehr sich die Welt ändern würde, und vor allem wie das Leben in diesem Teil von Emilia, der heute der Dreh- und Angelpunkt des Keramikdistrikts ist, sich revolutionieren würde.

Diese „Revolution“ vollzog sich vor allem in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, als die sich vorwiegend auf Landwirtschaft stützende Wirtschaft sich zu einem vor allem auf Industrie basierenden ökonomischen Modell wandelte.

Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges waren um Sassuolo herum fünf Keramikbetriebe ansässig, die über damals technologisch fortschrittlichste Ausrüstungen verfügten. Bei Ende des Weltkrieges blühte im Zuge des Wiederaufbaus die italienische und emilianische Keramikindustrie auf. Die treibenden Kräfte hierbei waren die Bauindustrie, die Verfügbarkeit des Rohmaterials und die Hingabe zum unternehmerischen Engagement.
Der Sektor wuchs und erreichte in den 1970er Jahren einen Anteil von 40 Prozent an der weltweiten Keramikproduktion.

Der Keramikdistrikt von Sassuolo befindet sich in den Provinzen Modena und Reggio Emilia. Sein Herz schlägt zwischen Sassuolo und Fiorano und seine Adern breiten sich auf die Gemeinden von Modena wie Castelvetro, Formigine, Maranello, Fiorano Modenese und die von Reggio wie Scandiano und Casalgrande aus.

Das Gebiet des Keramikdistrikts von Sassuolo weist nicht nur eine hohe Konzentration an Unternehmen auf, die sich der Keramikproduktion widmen, sondern auch an Zulieferbetrieben für die Welt der Fliesen.

Hier liegt auch das Herz der Produktionsaktivitäten der technischen Keramik, zusammen mit all den Aktivitäten, die im Dienste der Keramikindustrie, von der Logistik bis zur Entwurfserstellung, vom Design bis zum Dekor, stehen.

Der Keramikdistrikt von Sassuolo verdankt seinen Erfolg einerseits dem engen Netz an Verbindungen zwischen den an dieser Herstellerkette beteiligten Unternehmen, und andererseits der daraus entstandenen Konkurrenz genau zwischen diesen an der Herstellerkette beteiligten Unternehmen, da dadurch die Qualität auf höchstem Niveau verbleibt.

Trotz einer langen auf die Rezession und die internationale Konkurrenz zurückzuführende Krise ist der Distrikt auch heute noch eines der weltweit wichtigsten Produktionszentren für Keramikfliesen, das mit über 80 Unternehmen und 15000 Beschäftigten allein in der Keramikherstellung 80 Prozent der Produktion in Italien übernehmen kann.

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